Die Burg Biržai im Norden Litauens war die erste Bastionsfestung italienischer Bauart im Land. Herzog Krzysztof „Piorun“ Radziwiłł ließ sie ab 1575 zum Schutz seiner Besitzungen und der Grenze zu Livland anlegen; 1589 war sie fertiggestellt. Für die Anlage wurden die Flüsse Agluona und Apaščia aufgestaut, dabei entstand der künstliche Širvėna-See, an dessen Ufer die Burg bis heute liegt. Ab 1637 wurde die Festung nach niederländischem Vorbild umgebaut. Schwedische Truppen belagerten sie 1625 und sprengten sie 1704 beim Abzug. Nach Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten im 20. Jahrhundert beherbergt der wiederaufgebaute Palast seit 1989 das Regionalmuseum „Sėla“, dazu eine Bibliothek und ein Restaurant. Wälle, Wassergraben und das rekonstruierte Arsenal machen die Anlage zu einem lohnenden Stopp auf Touren zwischen Panevėžys und der lettischen Grenze.