Karosta (lettisch „Kriegshafen“) im Norden von Liepāja wurde ab 1890 unter Zar Alexander III. und Nikolaus II. als Marinestützpunkt der russischen Ostseeflotte angelegt und umfasst rund ein Drittel der Stadtfläche; später nutzte ihn die sowjetische Marine. Nach dem Abzug Anfang der 1990er-Jahre verfiel das Viertel zum Teil, was ihm bis heute eine eigentümliche Atmosphäre gibt. Wahrzeichen und Bezugspunkt dieses Eintrags ist die orthodoxe Marinekathedrale St. Nikolaus. Ins Viertel führt die Oskars-Kalpaks-Brücke von 1906, die einzige Drehbrücke Lettlands. Sehenswert sind außerdem die rund 2 km lange Nordmole mit Blick über Hafen und Ostsee, die von der Brandung zerlegten Küstenforts (1893–1906) im Norden sowie das ehemalige Militärgefängnis, das Führungen und sogar Übernachtungen in der Zelle anbietet. Liepāja ist über die A9 von Riga erreichbar; entlang der kurländischen Küste bieten sich Abstecher zur Steilküste von Jūrkalne und nach Kuldīga an. Abseits der Hauptachsen sind die Straßen im Viertel teils in schlechtem Zustand.