Die Höhlen von Piusa im äußersten Südosten Estlands sind ehemalige Stollen eines unterirdischen Glassand-Abbaus im hellen Devon-Sandstein. Nach dem Ende des Bergbaus entstand ein Labyrinth aus Hallen und Gängen, das heute als Naturschutzgebiet (48 ha) vor allem wegen der überwinternden Fledermäuse geschützt ist. Die Stollen selbst sind nicht frei zugänglich; im fledermausförmigen Besucherzentrum mit Café, Ausstellung und Kino werden geführte Besuche zu einer Aussichtsplattform in einer Museumshöhle angeboten. Daneben liegt der große Sandtagebau, oft als „größter Sandkasten Estlands“ bezeichnet.
Die Anfahrt erfolgt über die asphaltierte Straße Vastseliina–Meremäe; die letzten Meter zum Besucherzentrum über die Piusa jaama tee sind verdichteter Schotter in gutem Zustand. Die Umgebung mit dem Hügelland von Haanja, dem Suur Munamägi und der Setomaa-Region bietet sich für eine Tagestour auf ruhigen, welligen Nebenstraßen an. Im Sommer ist das Besucherzentrum täglich geöffnet, außerhalb der Saison meist nur am Wochenende.